Die meisten Kunden, die zum ersten Mal eine Ambientebeleuchtung nachrüsten lassen, haben eine Vorstellung vom Ergebnis, aber keine vom Weg dorthin. Wie lange ist das Auto weg? Muss ich vorher etwas ausräumen? Was passiert eigentlich mit den Türverkleidungen? Evgeny Scherbach führt seit 2021 in Berlin den Betrieb Deadperformance und baut dort fast täglich Ambientebeleuchtung ein. Der Ablauf ist bei ihm immer ähnlich, und er lässt sich in fünf Schritten erzählen.
Schritt eins: das Gespräch vorab
Es beginnt nicht in der Werkstatt, sondern am Telefon oder per E-Mail. Modell, Baujahr, gewünschte Bereiche, dazu eine Vorstellung davon, ob die Beleuchtung per App reichen soll oder über den Bordcomputer laufen muss. Aus diesen Angaben ergibt sich, welches der drei Pakete passt: Basis für 650 Euro mit den vier Türen und dem Fußraum, Premium für 750 Euro mit Armaturenbrett oder Mittelkonsole und Originalknopfsteuerung, oder der OEM-Nachbau ab 800 Euro, bei dem ein fahrzeugspezifisches System verbaut wird.
Ein Foto vom Innenraum hilft in dieser Phase mehr als jede Beschreibung. Scherbach sieht daran, wie die Verkleidungen aufgebaut sind, ob es Zierleisten mit Fuge gibt, in die ein Lichtleiter passt, und ob das Modell ab Werk ein Lichtpaket gehabt hätte. Bei den über 20 Marken, die er bearbeitet, von BMW und Mercedes bis Tesla und Toyota, unterscheidet sich der Aufwand erheblich.
Schritt zwei: der Termin
Für die Basisvariante sollte man einen Werkstatttag einplanen. Bei Paketen mit Armaturenbrett oder beim OEM-Nachbau mit Lüftungsdüsen und Hochtönern kann es länger dauern, weil mehr demontiert werden muss. Vorbereiten muss der Kunde wenig. Das Auto sollte innen halbwegs leer sein, vor allem die Türtaschen und der Fußraum. Kindersitze raus, Fußmatten raus, das war es.
Schritt drei: Demontage und Verlegung
Der Teil, den Kunden nie sehen, aber der über das Ergebnis entscheidet. Türverkleidungen werden mit Kunststoffkeilen gelöst, gebrochene Clips grundsätzlich ersetzt. Dann wird der Lichtleiter in der Fuge zwischen Verkleidung und Dekorleiste geführt, sodass später eine durchgehende Linie ohne sichtbare Lichtquelle entsteht. Türgriff und Ablagefach bekommen eigene Einspeisungen. Im Fußraum wird das Licht so gesetzt, dass es nach unten strahlt und nicht auf die Straße, wenn die Tür offen steht.
Die Verkabelung läuft hinter den Verkleidungen bis zum Steuermodul, das an einer geschalteten Leitung hängt, nicht an Dauerplus. Beim OEM-Nachbau kommt an dieser Stelle die Codierung dazu: Das Steuergerät des Fahrzeugs bekommt mitgeteilt, dass ein neues Lichtsystem existiert, damit die Bedienung über das Originalmenü funktioniert und keine Fehlermeldungen auftauchen.
Schritt vier: Zusammenbau und Test
Verkleidungen drauf, jede Tür einzeln schließen und auf Geräusche prüfen. Dann alle Zonen durchschalten, jede der 64 Farben mindestens einmal, die dynamischen Effekte, die Kopplung mit Zündung und Innenlicht. Beim Premiumpaket wird geprüft, ob die Originalknöpfe das Licht wie gewünscht mitregeln. Erst danach kommt der Kunde dazu.
Schritt fünf: die Übergabe
Die Übergabe dauert länger, als man denkt, und das ist gewollt. Scherbach erklärt die App, zeigt, wie die zwei Zonen getrennt eingestellt werden, und geht die Effekte durch. Wer den OEM-Nachbau hat, bekommt das Menü im Bordcomputer gezeigt. Dazu kommt der Hinweis auf die zwei Jahre Garantie: Fällt ein Segment aus oder verbindet sich die App nicht mehr, ist das ein Werkstatttermin, keine Neubestellung.
Welche Zonen überhaupt möglich sind
Die vier Türen und der Fußraum vorne und hinten sind bei jedem Paket dabei. Ab Premium kommen Armaturenbrett oder Mittelkonsole dazu. Beim OEM-Nachbau lassen sich Teile einbinden, die bei Universalsystemen nicht gehen: beleuchtete Lüftungsdüsen, 3D-Hochtöner mit Lichtring, je nach Modell auch Lautsprecherblenden. Jedes zusätzliche Licht außerhalb des Pakets kostet 50 Euro. Wer alles will, sollte das vorab sagen, damit es in einem Termin erledigt wird, statt zweimal die Verkleidungen abzunehmen.
Der Sternenhimmel als Erweiterung
Ein eigenes Kapitel ist der Sternenhimmel, den Deadperformance ebenfalls ab 650 Euro anbietet. Dafür wird der Dachhimmel komplett ausgebaut, hunderte Lichtfasern werden durch das Material gezogen und an eine Lichtquelle angeschlossen. Warm- und kaltweiß, RGB-Farben, Funkeln und Sternschnuppen sind möglich. Der Himmel muss danach wieder faltenfrei sitzen, weshalb dieser Einbau mehr Zeit braucht und oft mit der Ambientebeleuchtung in einem Termin kombiniert wird. Wer beides plant, sollte das im ersten Gespräch sagen.
Wie lange das Ganze hält
Lichtleiter und LEDs sind bei sachgerechter Verlegung auf viele Jahre ausgelegt. Was in der Praxis ausfällt, sind Steckverbindungen und Netzteile, und genau dafür ist die Garantie gedacht. Pflege braucht das System nicht. Einzig beim Reinigen der Türverkleidungen sollte man keinen Hochdruckreiniger auf die Lichtfuge halten, aber das gilt für die Verkleidung auch ohne Licht.
Fazit
Ein Einbautermin ist überschaubar: ein Gespräch vorab, ein Werkstatttag, eine Übergabe mit Erklärung. Was den Unterschied zum Selbsteinbau ausmacht, sind die Dinge dazwischen, die Verkabelung an der richtigen Leitung, die verdeckte Verlegung, der Test jeder Zone und die Garantie, wenn doch etwas ausfällt. Das Licht sieht man abends. Den Ablauf merkt man erst, wenn nach zwei Jahren immer noch nichts klappert.
Deadperformance
Evgeny Scherbach
Marzahner Straße 34
13053 Berlin
Telefon: +49 151 57712868
E-Mail: [email protected]
Web: www.deadperformance.de

